durch eine optimale Bleachingbehandlung beim Zahnarzt

Dr. Michael Heinen - Zahnarzt in Koblenz

  • Beim Bleaching wird nur die natürliche Zahnsubstanz aufgehellt. Vorhandene Füllungen, Kronen, Brücken, Veneers oder Prothesen jedoch  nicht. Das kann bedeuten, dass nach der Aufhellung farbliche Unterschiede zwischen den natürlichen Zähnen und den ersetzten/künstlichen Zähnen entstehen. Ggf. müssen im Nachgang neue Füllungen oder Kronen angefertigt werden, damit alle Zähne die gleiche helle Farbe haben.
  • Die Zähne müssen vor der Behandlung gründlich untersucht werden. Kariöse Defekte (Löcher), Spalten an Füllungen und Kronen oder andere Defekte können Vorbehandlungen notwendig machen. Andernfalls könnte das Aufhellungsmittel in den Zahn eindringen und den Zahnnerv schädigen.
  • Das Zahnfleisch an den zu bleachenden Zähnen muss gesund sein. Blutungen und Entzündungen müssen zwingend vorher behandelt werden.
  • Vor dem Bleaching müssen die Zähne einer Professionellen Zahnreinigung (PZR) unterzogen werden.
  • Wenn neuer Zahnersatz im sichtbaren Bereich geplant ist, sollte ein Bleaching vorher stattfinden, damit die neuen Kronen/Brücken der neuen, helleren Zahnfarbe angepasst werden können.
  • Vor dem 16. Lebensjahr sollte keine Zahnaufhellung gemacht werden, da die Zahngrundsubstanz noch nicht vollständig entwickelt ist.
  • Bei Schwangeren und während der Stillzeit sollte aus Sicherheitsgründen ebenfalls nicht aufgehellt werden.
  • Es dürfen nur Bleachingprodukte verwendet werden, die als offizielle Medizinprodukte zugelassen sind und von renommierten Herstellern stammen.
  • Bleaching ist eine hervorragende Methode die Zähne aufzuhellen. Unterschiede sind jedoch von Patient zu Patient sehr groß. Das definitive Ergebnis ist dabei  jedoch nicht vorauszusagen. Je nach Art und Ursache der Verfärbung können mehr oder weniger Farbpigmente im Zahn aufgespalten werden. Dadurch werden die Zähne mehr oder weniger hell.

Wird eine Zahnaufhellung von der gesetzlichen oder privaten Versicherung übernommen?

Bei der Zahnaufhellung (= Bleaching) handelt es sich um eine rein ästhetische / kosmetische Maßnahme, für die weder eine gesetzliche, noch eine private Krankenkassen oder Versicherung aufkommen. Es ist eine private Investition in mehr Attraktivität und bessere Lebensqualität.

Für ein Bleaching sollten ca. 200-600€ Kosten als Eigenanteil eingeplant werden, je nach Anzahl der Zähne und Kiefer, nach System und Aufhellungswunsch.

Darüber hinaus kann man kostengünstige, freiverkäufliche Bleachingprodukte im Internet, der Apotheke oder in diversen Drogerien erwerben. Bevor diese Produkte angewendet werden sollte man sich über mögliche Risiken im Klaren sein:
Frei verkäufliche Bleaching Produkte

Frei übersetzt bedeutet „Walking-Bleaching“ das „Aufhellen während des Herumgehens“.

Diese Methode der Zahnaufhellung kommt vorwiegend bei einzelnen verfärbten Zähnen zum Einsatz.  Manchmal sind nur einzelne Zähne auffällig dunkel, weil der Zahnnerv abgestorben ist oder weil bereits im Vorfeld eine Wurzelkanalbehandlung an diesem Zahn durchgeführt wurde. Auch durch ein Trauma / Unfall können Zahnnerven dauerhaft geschädigt werden. Durch Einblutungen des verletzten Zahnnervs und Abbauvorgänge der geschädigten Substanz verfärben sich die Zähne.

Eine andere Ursache sind kariöse Defekte (Löcher) in den Zähnen, die dunkel vorschimmern. In diesem Fall ist primär eine Karies- und Füllungstherapie anzuraten. Dieses Phänomen fällt meistens bei Front- oder Eckzähnen im sichtbaren Bereich auf.

Das Besondere beim „Walking-Bleaching“ ist, dass das Bleachinggel primär nicht auf den Zahn aufgelagert, sondern in diesen eingelagert wird. Die meisten Zähne mit dieser Art der Verfärbung haben bereits einen Defekt, bzw. eine Füllung auf der Zahninnenseite.  Diese Füllung wird entfernt. Das Bleachinggel kann dann direkt in den Defekt eingelagert werden. Der Zahn wird für mehrere Tage provisorisch verschlossen und der Zahn wird von innen heraus aufgehellt. Da der Zahnnerv bereits abgestorben / entfernt ist, verspürt der Patient keinerlei Schmerzen dabei.

Der Behandlungsablauf ist recht kurz.  Während  der Aufhellungszeit kann der Patient ganz normal seinen Alltagstätigkeiten nachgehen. Innerhalb von etwa einem bis drei Tagen wird der Zahn durch das Bleichmittel aufgehellt. Je nach Stärkegrad der Verfärbung sind mehrfache Einlagen in den Zahn notwendig, um ein optimales Ergebnis zu erreichen. Im Anschluss wird das Mittel wieder aus dem Zahn entfernt und mit einer neuen Füllung versorgt.

Wie entstehen dunkle Zähne, woher kommen Verfärbungen?

Die Zahnfarbe eines Menschen ist etwas sehr individuelles und abhängig von der Struktur und der Funktion der Zähne sowie ihrer Umgebung. Außerdem verändert sich die Zahnfarbe im Laufe des Lebens.

Mehrere Gründe können Ursache für Verfärbungen sein:

  • Zähne sind von Natur aus nicht hell (anlagebedingt)
  • Zähne dunkeln im Alter nach, durch Abnutzung der oberflächlichen Schmelzschichten
  • Genussmittel  (Tee, Kaffee, Cola, Rotwein, Zigaretten, bestimmte asiatische Gewürze, u.a. Curry)
  • Medikamente (eisen- und nitrathaltige Substanzen oder Antibiotika in der Kindheit)
  • Bestimmte Blut- oder Lebererkrankungen
  • Unfall, Sturz oder Traumata
  • Metalloxide aus Amalgamfüllungen

Je nach Ursache der Verfärbung kommen unterschiedliche Verfahren zur Aufhellung der Zähne in Frage:

Oberflächliche Verfärbungen durch Genussmittel, sowie durch mangelnde Pflege und Ernährung  können durch die professionelle Zahnreinigung in der Praxis entfernt werden. Sollte die danach vorliegende Zahnfarbe noch zu dunkel sein, können auch diese Zähne zusätzlich gebleacht werden.

Tiefer liegende Verfärbungen, die von Natur aus vorliegen, altersbedingt entstanden sind oder an einzelnen Zähnen traumatisch bedingt (d.h. durch einen Unfall) vorliegen, können in der Regel gut  unter Verwendung spezieller Bleichmittel, sogenannter Bleachingsubstanzen aufgehellt werden.

Zahnverfärbungen, die durch Medikamente oder Erkrankungen hervorgerufen wurden, können vereinzelt mit Bleachingprodukten behandelt werden. Die Ergebnisse weichen von Patient zu Patient sehr ab und gehören eher zu den schwierigen Fällen. Manche medikamentenbedingte Verfärbungen lassen sich nicht mit Bleachingprodukten behandeln.

Bei Verfärbungen durch Metalloxid hilft meist der Austausch der metallischen Restauration gegen Kunststoff oder Keramik.

Zum Aufhellen der Zähne stehen in der Zahnarztpraxis je nach Ausgangssituation des Patienten verschiedene professionelle Verfahren zur Verfügung:

Bei richtiger und kontrollierter professioneller Anwendung in Verbindung mit bewährten medizinischen Produkten sind alle oben aufgeführten Verfahren sicher in der Anwendung. und somit für die Zahngesundheit auch erwiesenermaßen unbedenklich.

Daneben existieren auf dem Markt frei verkäufliche Bleichmittelprodukte zur Aufhellung der Zähne. In Apotheken, Drogerien, Supermärkten sowie dem Internet gibt es zahlreiche Anbieter, deren Preise sicherlich niedriger sind, als beim professionelle Bleaching in der Zahnarztpraxis.

Dazu haben sich zahlreiche Fachgesellschaften geäußert:

Artikel bei Focus
Welche Risiken birgt eine unsachgemäße Anwendung mit freiverkäuflichen Produkten:

  •  Manche dieser Bleachingprodukte sind in Ihrer Wirkung sehr schwach, erzielen meist keine sichtbare Veränderung und halten ihre Werbeversprechungen nicht.
  • Andere Produkte sind recht hochkonzentriert und führen, meist in Kombination mit vorgefertigten konfektionierten Zahnschienen zu Zahnfleischverätzungen, Zahnfleischentzündungen, sowie Zahnfleischrückgang.
  • An den Zähnen kann es zu unkontrollierten Überempfindlichkeiten kommen, sowie zu einer ungleichmäßigen Zahnfarbe (Flecken auf den Zähnen).
  • Verschlucken des Bleachingproduktes kann zu einer Reizung von Speiseröhre und Magen führen.

Bleachingzahnpasta

Zu den Zahnpflegprodukten gehören Zahncremes, die einen aufhellenden Effekt versprechen. Als Ergänzung der häuslichen Pflege, sowie zur Aufrechterhaltung der hellen Zahnfarbe nach dem Bleaching, sind Produkte, führender Hersteller nicht verkehrt, wenn sie mit Bedacht verwendet werden. Sogenannte Bleachingzahnpasten machen Zähne optisch nur heller, weil Sie einen hohen Anteil unterschiedlich grobe Schmirgelpartikel / Putzkörper enthalten. Beim Putzen wird dabei die oberflächliche Verfärbung „abgerubbelt“. Einige wenige professionelle Bleachingzahnpasten enthalten niedrig konzentrierte Peroxide, die ähnlich wie die Bleachinggele den Zahn aufhellen. Vor einer täglichen Verwendung dieser Pasten ist jedoch abzuraten, da sie den oberflächlichen Schmelz durch Aufrauhung verletzten und angreifbarer für Säuren machen. Ebenfalls werden erhöhte Zahnsensibilitäten und Zahnfleischreizungen beobachtet.

Vor der Anwendung sollte unbedingt Rücksprache mit dem Zahnarzt gehalten werden.